Termine:

  • 15. April 2021 Einsendeschluss für Beiträge
  • 30. April 2021 Ende der Begutachtungsphase / Entscheidung der Programmkommission
  • bis zum 06. August 2021 Upload der Kurzfassung (abstract) für die Tagungsunterlagen
  • ab 06. August bis zum 31. Oktober 2021 Upload der Endversion

DGWF Jahrestagung 2021 – Kooperativ, vernetzt - agil?
Zusammenarbeit in der wissenschaftlichen Weiterbildung

an der Philipps-Universität Marburg
vom 15.– 17. September 2021
In Kooperation mit dem
Deutschen Institut für Erwachsenenbildung
Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen

Call for Papers

Die wissenschaftliche Weiterbildung an Hochschulen hat in den vergangenen Jahren einen signifikanten Bedeutungszuwachs erfahren, dies trotz oder vielleicht gerade wegen ihrer spezifischen Zwischenstellung als Teil des gesellschaftlichen Auftrags von Hochschulen und als zusätzliches, marktorientiert zu entwickelndes Geschäftsfeld. Zugleich sind die an die wissenschaftliche Weiterbildung gerichteten Funktions- und Leistungserwartungen vielfältiger und anspruchsvoller geworden. Darauf weisen bildungs- und hochschulpolitische Diskussionen hin, in denen die wissenschaftliche Weiterbildung als wichtige, ja treibende Kraft für zukunftsweisende, aber auch spannungsreiche Veränderungen berücksichtigt wird (Wilkesmann 2010). Darunter fallen etwa die Entwicklung von „unternehmerisch“ agierenden Hochschulen (Clark 2004), die Erhöhung der „Durchlässigkeit“ zwischen beruflicher und akademischer Bildung (Freitag 2020), die „Öffnung“ der Hochschulen für breitere Zielgruppen im Kontext des lebenslangen Lernens (Wolter 2017) und die Stärkung der „Dritten Mission“ (Henke et al. 2017) von Hochschulen, die sich auf Aufgaben jenseits der Kernaufgaben von Forschung und Lehre bezieht. Für hochschulische Stellen, Einrichtungen und Zentren für wissenschaftliche Weiterbildung bedeutet dies nicht nur, dass sie ihre Ziele und Aufgaben auf veränderte Erwartungen und Anforderungen hin bestimmen und umsetzen müssen. Vor allem zeichnet sich ab, dass dies nicht mehr „im Alleingang“ möglich ist (Lehmann 2020), sondern die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen außer- und innerhochschulischen Partnern erfordert oder sogar voraussetzt.
Wenn beispielsweise Weiterbildungsangebote kostendeckend und unter Marktbedingungen realisiert werden, müsste die Angebotsentwicklung und -planung möglichst kundennah erfolgen. Hier gewinnt die Kooperation mit dem aktuellen und potenziellen Kundenumfeld, seien es spezifische Zielgruppen, Berufsgruppen, Branchen, Unternehmen oder Organisationen, eine zentrale strategische Bedeutung. Wenn die wissenschaftliche Weiterbildung über die berufliche Fort- und Weiterbildung und akademische Weiterqualifizierung hinaus auch Aufgaben des Technologie- und Wissenstransfers übernimmt, ist die Kooperation mit Partnern aus der Privatwirtschaft, Sozialwirtschaft, Zivilgesellschaft oder dem öffentlichen Sektor einerseits sowie mit forschungsintensiven Fakultäten, Instituten und wissenschaftlichen Zentren andererseits unabdingbar. Ebenso gilt dies, wenn Aufgaben im Rahmen des gesellschaftlichen Engagements von Hochschulen realisiert werden, so etwa die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements, die Stärkung lokaler und regionaler Gruppen und Milieus, die Förderung von bislang unterrepräsentierten Gruppen in der Hochschulbildung, die Bereitstellung von Serviceleistungen, Infrastruktur und Lehrangeboten für Nichtstudierende usw. (Cendon et al. 2020, S. 22). Auch hier sind die Vernetzung und Kooperation mit relevanten Partnern aus dem regionalen Umfeld zentrale Voraussetzungen der Aufgabenerfüllung.
Vor diesem Hintergrund widmet sich die DGWF-Jahrestagung 2021 dem Thema „Zusammenarbeit“ in der wissenschaftlichen Weiterbildung. Ein Ziel ist es, einen gewissen Überblick wie auch vertiefende Hinweise auf die Hinsichten, Formen und Ebenen der Zusammenarbeit zu gewinnen, die in der wissenschaftlichen Weiterbildung an Relevanz gewinnen. Hierzu sind bereichsspezifische Analysen, empirische Untersuchungen, theoretische Überlegungen sowie Beispiele guter Praxis willkommen, die Aufschluss über Entwicklungsstände, Trends und innovative Entwicklungen geben.
Ein weiteres Ziel ist es, Ansätze, Konzepte und Erfahrungen vorzustellen, die Auskunft darüber geben, wie die Zusammenarbeit gestaltet und entwickelt werden kann, um die Nachfrage wie auch die Qualität von Weiterbildungsangeboten nachhaltig zu sichern und die Zukunftsfähigkeit von Stellen, Einrichtungen und Zentren der wissenschaftlichen Weiterbildung zu unterstützen. Eine zentrale zu bearbeitende Frage in diesem Zusammenhang ist sicher, wie in der Zusammenarbeit die unterschiedlichen leitenden „Systemlogiken“ (von Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik usw.) und/oder die verschiedenen, teils divergenten Nutzungsinteressen der beteiligten Akteure zur Geltung gebracht, verhandelt und verknüpft werden und welche Konsequenzen damit für die Angebotsplanung und Organisation wissenschaftlicher Weiterbildung angezeigt sind. Eine darüber hinausgehende Frage ist, welche kognitiven und kommunikativ vermittelten „Mindsets“ und welche organisationsstrukturellen und -kulturellen Maßnahmen dazu beitragen können, die zumeist projektförmig auf den Weg gebrachten Kooperationen und Formen der vernetzten Zusammenarbeit auch unabhängig von befristeten Projekten und den konkreten Personen zu verstetigen. Ebenso kann und sollte gefragt werden, in welchem Verhältnis die Verstetigung von Kooperationen und vernetzter Zusammenarbeit zu den heute vermehrt auftauchenden Agilitätserwartungen an Teams und Organisationen zu begreifen ist.
Nicht zuletzt soll der Frage nachgegangen werden, wie sich die verstärkte Einbindung der hochschulischen Akteure wissenschaftlicher Weiterbildung in unterschiedlichste Kooperations- und Netzwerkbeziehungen auf die Erfassung und Bewertung der Leistungsfähigkeit wissenschaftlicher Weiterbildung und damit die zukünftige Entwicklung dieses Bereichs auswirken kann. Im Zentrum stehen dabei aktuelle Entwicklungen, relevante Akteurskonstellationen und -kooperationen im Zusammenhang mit dem Aufbau von statistischen Erhebungen und Monitorings für die wissenschaftliche Weiterbildung an Hochschulen.
Die skizzierten Ziele und Fragen zur Zusammenarbeit in der wissenschaftlichen Weiterbildung werden auf der DGWF-Jahrestagung 2021 in folgenden thematischen Handlungsfeldern fokussiert:

  • Strategische Bedeutung und Gestaltung interorganisationaler Kooperationen zwischen hochschulischen Weiterbildungseinrichtungen und externen Partnern
  • Angebotskooperation und vernetzte Akquise, Zusammenarbeit z.B. mit Ministerien, Unternehmen, Verbänden, Kammern, Stiftungen, Hochschulen
  • Innerhochschulische Akzeptanz und Vernetzung (Aufbau von Verbindungen z.B. zu den verantwortlichen Stellen in der Verwaltung und Einrichtungen für Hochschuldidaktik, Transfer, Forschung, Alumni, Öffentlichkeitsarbeit)
  • Steuerung wissenschaftlicher Weiterbildung im Verbund, Akteurskonstellationen und -kooperationen im Kontext des Monitorings wissenschaftlicher Weiterbildung.

Zu den genannten Handlungsfeldern sind sowohl Forschungsbeiträge als auch praxiserprobte oder für die Praxis entwickelte Modelle sowie konkrete Beispiele zu den beschriebenen Themen willkommen. Gewünscht werden Vorschläge für Beiträge in den folgenden Formaten:

  1. Vortrag im Umfang von 15‐20 Minuten (optional und ausdrücklich erwünscht sind Einreichungen von Tandem-Papers, z.B. eine Hochschulvertretung gemeinsam mit einer Vertretung des Kooperationspartners. In diesem Falle können 2 x 15 Minuten veranschlagt werden)
  2. Workshop-Konzept in Anlehnung an die genannten thematischen Handlungsfelder für eine Dauer von 45 Minuten
  3. Werkstatt-Gespräch mit Skizzierung eines Beratungsbedarfs für eine problemzentrierte Erörterung und Diskussion
  4. Beitrag für Poster‐Pitch

Einsendeschluss ist der 15.April 2021

Bitte reichen Sie Ihren Beitragsvorschlag ausschließlich elektronisch über unser Konferenztool ein, das Sie unter https://www.conftool.org/dgwf2021/ finden.

Die maximale Textlänge der eingereichten Vorschläge beträgt 1.700 Zeichen (inkl. Leerzeichen).

Über die Aufnahme und Zuordnung der Beiträge entscheidet die Programmkommission bis Ende April 2021. Alle angenommenen Beiträge werden in Kurzfassung den Tagungsunterlagen beigefügt.

Die Referent*innen werden deshalb dringend gebeten, eine Kurzfassung (abstract) ihres Beitrages im Umfang von zwei Seiten bis sechs Wochen vor Tagungsbeginn vorzulegen. Darüber hinaus werden diese Beiträge im Anschluss an die Tagung in einer online zugänglichen Publikation veröffentlicht. Eine Überarbeitung der Beiträge nach Tagungsende ist mit Frist bis zum 31.10.2021 möglich. Unabhängig von der Mitgliedschaft in der DGWF gilt für die Referent*innen die Teilnahmegebühr mit Frühbucherrabatt.

Der Call for Papers zum Download finden Sie hier.

Literatur

Cendon, E., Maschwitz, A., Nickel, S., Pellert, A. & Wilkesmann, U. (2020). Steuerung der hochschulischen Kernaufgabe Weiterbildung. In E. Cendon, U. Wilkesmann, A. Maschwitz, S. Nickel, K. Speck & U. Elsholz (Hrsg.). Wandel an Hochschulen? Entwicklungen der wissenschaftlichen Weiterbildung im Bund-Länder-Wettbewerb „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ (S. 17-38). Münster: Waxmann.

Clark, B. (2004). Delineating the Character of the Entrepreneurial University. Higher Education Policy 17(1), 355-370.

Freitag, W.K. (2020). Das Paradigma der Durchlässigkeit und die wissenschaftliche Weiterbildung. In W. Jütte & M. Rohs (Hrsg.). Handbuch wissenschaftliche Weiterbildung (S. 175-194). Wiesbaden: Springer VS.

Henke, J., Pasternack, P. & Schmid, S. (2017). Mission, die dritte: Die Vielfalt jenseits hochschulischer Forschung und Lehre: Konzept und Kommunikation der Third Mission. Berlin: Berliner Wissenschafts-Verlag.

Lehmann, B. (2020). Ziele und Aufgaben wissenschaftlicher Weiterbildung. In W. Jütte & M. Rohs (Hrsg.). Handbuch wissenschaftliche Weiterbildung (S. 79-98). Wiesbaden: Springer VS.

Wilkesmann, U. (2010). Die vier Dilemmata der wissenschaftlichen Weiterbildung. Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation 30(1), 28-42.

Wolter, A. (2017). Offene Hochschule: Motor wissenschaftlicher Weiterbildung. In B. Hörr & W. Jütte (Hrsg.) Weiterbildung an Hochschulen (S. 181-194). Bielefeld: W. Bertelsmann Verlag.

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

 

Lokale Tagungsorganisatorin

Tagungskoordinator vom erweiterten Vorstand

Bei Fragen zum ConfTool

Dr. Franziska Sweers

Geschäftsführung
Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung
Wilhelm-Röpke-Straße 6A
35032 Marburg

Tel.: +49 6421 28-26223
Tel.: +49 6421 28-22820
E-Mail: Franziska.sweers@uni-marburg.de zww@uni-marburg.de

Helmut C. Büscher

Frankfurt University of Applied Science
Nibelungenplatz 1
60318 Frankfurt a. M.

Tel.: +49 69 1533-2686
E-Mail: buescher@kompetenzcampus.fra-uas.de

Daniel Haines

DGWF Geschäftsstelle
Universitätsplatz 12
34109 Kassel

Tel.: +49 561 804 2806
E-Mail: geschaeftsstelle@dgwf.net

Programmkommission

Dr. Franziska Sweers, Philipps-Universität Marburg

Prof. Dr. Karin Dollhausen, Philipps-Universität Marburg / DIE e.V.

Dr. Monika Braun, Philipps-Universität Marburg

Prof. Dr. Wolfgang Seitter, Philipps-Universität Marburg

Andreas Kröner, Hochschule Merseburg

Helmut C. Büscher, Frankfurt University of Applied Science