Zweiter Online-Stammtisch der Landesgruppe Mitteldeutschland

Thema: Finanzierung der Wissenschaftlichen Weiterbildung – eine Zwickmühle?

Ausgangspunkt:
Im Rahmen der Online-Tagung „Hochschulen als Weiterbildunganbieter…“ am 10.02.2021 hatte Dr. Regina Hebisch, Universität Göttingen, einen aktuellen Überblick zu den Fragen und Herausforderungen bei der Finanzierung und Kalkulation wissenschaftlicher Weiterbildungsangebote gegeben.

Insbesondere hat sie auf die Gebührenzwickmühle der wissenschaftlichen Weiterbildung hingewiesen:
- Länder schreiben Gebühren für Weiterbildung vor, keine Finanzierung aus öffentlichen Mitteln
- in der Folge greift das EU Wettbewerbsrecht : Trennungsrechnung für wirtschaftliche Tätigkeiten, Verbot der Subventionierung

Bundesweit gibt es derzeit eine weitgehende Festlegung auf Einordnung von Weiterbildung als wirtschaftliche Tätigkeit.

Folgen sind: Entstehung von Ungleichheiten durch unterschiedliche Berechnung der Vollkosten (verschiedene Overheads), Wettbewerbsverzerrungen, teilweise marktunübliche Preise, hohe Gebühren durch hohe Overheads, Benachteiligung bestimmter Ziel- und Berufsgruppen

Im Positionspapier zum Selbstverständnis der DGWF sind zum Thema Finanzierung folgende Statements enthalten:
Statement 4
Wissenschaftliche Weiterbildung an Hochschulen ist ein öffentliches Gut und bedarf einer auskömmlichen Grundfinanzierung. Die Leistungen der wissenschaftlichen Weiterbildung sind in die Ziel und Leistungsvereinbarungen der Hochschulen einzuspeisen; Kapazitätsrecht und Lehrdeputats -Ordnungen sind entsprechend zu überarbeiten.

Statement 5
Teilnehmergebühren für spezifische Angebote stehen dazu nicht im Widerspruch. Zu fordern ist ein konsistentes Finanzierungmodell, das auch die Unterstützung der Teilnehmenden bei der Finanzierung beinhaltet (z.B. in Form von Gutscheinen oder Weiterbildungs-BAFÖG). Dies erhöht die inkludierende Wirkung von wissenschaftlicher Weiterbildung und stärkt den gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Nutzen.

Unser zweiter Stammtisch soll sich folgenden Fragen widmen:
Welche Ansätze zur Behebung dieser Ungleichheiten gibt es?
Welche Maßnahmen und Forderungen ergeben sich bei der Finanzierung aus den Empfehlungen des Wissenschaftsrates zu hochschulischer Weiterbildung (Januar 2019)?
Welche Rahmenbedingungen werden durch die aktuellen Landeshochschulgesetze zur Finanzierung der wissenschaftlichen Weiterbildung gesetzt?
Wie können Lösungen für Finanzierungslücken und für rechtliche Unklarheiten gefunden werden?

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie wieder mit Ihren Beispielen und Impulsen den Stammtisch untersetzen und wir miteinander diskutieren und voneinander lernen.

Den Online-Stammtisch wollen wir im Abstand von jeweils 6 Wochen durchzuführen. Merken Sie sich bitte daher den schon 15. Juli 2021, 13:00 Uhr, als Termin für den dritten Online-Stammtisch vor. Das Thema für den dritten Stammtisch wird „Zertifizierung wissenschaftlicher Weiterbildung“ sein. Themenvorschläge für die weiteren Online-Stammtische nehmen ich sehr gerne entgegen.

Bitte melden Sie sich bei Andreas Kröner zum zweiten Online-Stammtisch an (bis spätestens zum 02.06.2021):
andreas.kroener@hs-merseburg.de
Tel.: 03461 46-2928

Der Sprecherrat der Landesgruppe Mitteldeutschland (Dr. Claudia Haaßengier, Kerstin, Tänzer, Yvonne Weigert, Andreas Kröner) würde sich über Ihre Teilnahme am 3. Juni 2021 sehr freuen.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Ort: Online Videokonferenz

Zurück