Ausschreibung für Programmbeiträge (Call for Papers)
Die DGWF veranstaltet ihre Jahrestagung 2010 vom 15. bis 17. September an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Regensburg zum Thema:
Hochschulen im Kontext lebenslangen Lernens:
Konzepte, Modelle, Realität
Die Forderung nach lebenslangem Lernen ist ökonomisch und im Hinblick auf die Perspektiven des Einzelnen begründet: Vor dem Hintergrund der demographischen Herausforderung und des damit einhergehenden Fachkräftemangels sowie der Strukturumstellung von der industriell geprägten Gesellschaft hin zur Wissens- und Informationsgesellschaft geht es um die Konkurrenzfähigkeit des deutschen und europäischen Wirtschaftsraums und um die Chancen der Menschen, in allen Lebensphasen mit dem Wandel Schritt zu halten.
Hochschulen nehmen in diesem Prozess eine neue und wesentliche Rolle ein: Sie sind flexible und servicestarke Bildungs- und Qualifizierungsanbieter auf akademischen Niveau in allen Lebensphasen. Der Bereich der wissenschaftlichen Weiterbildung hat hierbei besondere Relevanz und kann durch die Idee des lebenslangen Lernens eine starke Aufwertung erfahren.
Ausdruck dieses neuen Selbstverständnisses ist die Ausrichtung der Hochschulen auf die Gewinnung neuer Zielgruppen, der Wandel der Hochschulstrukturen und der Organisationsmodelle, neue Kooperationsmodelle und Strategien zur Gewinnung von Netzwerkpartnern und geänderte didaktische Anforderungen.
Hochschulen respektive ihre Einrichtungen für wissenschaftliche Weiterbildung gehen bereits seit einiger Zeit neue Wege und bieten beispielsweise von Generationenuniversitäten über studierbare Zertifikatsprogramme bis hin zu berufsbegleitenden Studiengängen und Qualifizierungsangeboten für Ältere vielfältige Programme an. Konsequenzen hieraus sind u. a. neue Organisations- und Finanzierungsmodelle oder auch neue Lernumgebungen sowie die Entwicklung neuer Angebote zur Studienvorbereitung und Verbesserung der Studierfähigkeit.
Die Erschließung neuer Zielgruppen und deren Nutzenorientierung bringt zudem die Forderung nach mehr Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung sowie nach Anerkennung von außerhalb des Hochschulbereichs erworbener Kompetenzen auf Hochschulstudien mit sich.
Diese Neuorientierung der Hochschulen hat eine zunehmende Marktorientierung und intensiveren Wettbewerbsdruck unter den Hochschulen zur Folge. Marktorientierung grenzt Weiterbildung auf die ökonomische Verwertbarkeit von Bildungsabschlüssen ein, was langfristig zu einer Konzentration auf marktgängige Weiterbildungsangebote führen kann. Damit einher ginge eine Eingrenzung der Angebots- und Teilnehmervielfalt.
Für die Diskussion der aktuellen Situation der Hochschulen im Kontext des lebenslangen Lernens sind Beiträge erwünscht, die sich mit den folgenden Themenbereichen respektive den angefügten Beispielen auseinandersetzen.
- Lebenslanges Lernen und neue Zielgruppen
Hier ist zu denken an Kinder- und Generationenuniversität, Graduierte, beruflich Qualifizierte ohne Hochschulzugangsberechtigung und/oder ohne Hochschulabschluss, Senioren – Welche neuen Zielgruppen können Hochschulen erschließen? Wie integriert die Hochschule ihre Zielgruppen? Welche Organisations- und Finanzierungsmodelle sind hierbei erfolgreich?
- Neue didaktische Modelle für lebenslanges Lernen
z. B. LLL und Berufstätigkeit, Hochschulen und neue Kooperationspartner, Lernen im Alter, Hochschule und Zusammenarbeit mit Schulen – Welche didaktischen Modelle unterstützen unterschiedliche Phasen und Zielgruppen?
- Neue Studienmodelle und lebenslanges Lernen
z. B. Fernstudium, Blended Learning, Online-Learning, Teilzeitstudium und Abendstudium – Wie erfolgreich sind die berufsbegleitenden Modelle? Wie können Hochschulen auf die veränderte Bildungsnachfrage reagieren? Mit welchen neuen Studienmodellen kann Berufstätigen der Zugang zu den Hochschulen erleichtert werden?
- Lebenslanges Lernen und Durchlässigkeit im Bildungssektor
z. B. Öffnung der Hochschulen für Berufstätige ohne Hochschulzugangsberechtigung - Welche vorbereitenden und begleitenden Maßnahmen sind erforderlich?
Durchlässigkeit zwischen beruflicher Bildung und Hochschulstudium – Welche Modelle sind erfolgreich?
Anerkennung gestalten – Von der Einzel- zur Pauschalanerkennung, von der Anerkennung formaler hin zu informellen Kompetenzen.
- Hochschulen als Bildungsdienstleister im Prozess des Lebenslangen Lernens
z. B. Studierende als Kunden – Hochschulen als Dienstleister.
Neue Kooperationsformen mit Unternehmen – Von der Kurzarbeiterweiterbildung zur Qualifizierung älterer Arbeitnehmer.
Bildungsgerechtigkeit und Bildungseintrittsgerechtigkeit – Hochschulen als regionale Bildungszentren.
Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu einem der oben genannten Themen. Gewünscht werden Referate im Umfang von max. 20 Minuten, die innovative Ansätze, Forschungsergebnisse, modellhafte Vorhaben (auch im Planungsstadium) oder reflektierte Praxis widerspiegeln. Gleichzeitig muss gewährleistet sein, dass die Beiträge einen deutlichen und unmittelbaren Bezug zum Tagungsthema haben.
Anmeldeschluss ist der 31. März 2010
Ein Netzformular zur Einsendung ihrer Bewerbung finden Sie hier! Andere Formen der Einreichung bedürfen der Rücksprache. Der Text Ihrer Bewerbung sollte den Umfang von 500 Wörtern nicht übersteigen.
Über die Aufnahme der Beiträge entscheidet die Programmkommission bis Mitte Mai 2010. Alle angenommenen Beiträge werden in Kurzfassung den Tagungsunterlagen beigefügt. Die Referentinnen und Referenten müssen deshalb gewährleisten können, dass eine Kurzfassung (abstract) ihres Beitrages im Umfang von zwei Seiten bis sechs Wochen vor Tagungsbeginn vorliegt. Darüber hinaus ist beabsichtigt, einen Tagungsband herauszugeben. Termin für die Abgabe der ausgearbeiteten Fassung der Beiträge ist der 31. Oktober 2010.
Unabhängig von der Mitgliedschaft in der DGWF gilt für Sie als Referentin oder Referent die Teilnahmegebühr für früh buchende Mitglieder.
Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Zur Förderung der Teilnahme von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern lobt die DGWF wiederum drei Reisestipendien im Umfang von je € 250 aus. Die Teilnahmebedingungen finden Sie hier! |